Geschichte

Die Geschichte unseres Ortsteils ist fesselnd und spannend. Auf dieser Seite entsteht eine kurze Zusammenfassung. Genauere Informationen finden Sie demnächst in der von Eugen Rieß geplanten Chronik zur Ortsgeschichte und in der kürzlich veröffentlichten Kirchenchronik. Eine Auswahl an historischen Bildern finden Sie hier.

 

Urkundliche Erwähnung

Eine Schenkung wer der Grund für die erste bekannte Urkundliche Erwähnung Melbachs. Der Ort ist also vermutlich älter als 1200 Jahre. Zwischen 802 und 817, in der Amtszeit des fuldischen Abtes Ratgar, wird der Ort erstmals als „Melbbach“ genannt. "Walthere tradidit sancto Bonifacio bona sua im Melbbach."( Übersetzung: Walter schenkt dem heiligen Bonifatius seine Güter in Melbach). Nach Kropat ist mit Melbbach das heutige Melbach zu identifizieren. Die Datierung in die Amtszeit des Abtes Ratgar erfolgt nach Stengel. Diese Schenkung ist zugleich ein Beleg für frühen Besitz des Klosters Fulda in Melbach. Im Hochmittelalter trug der Ort von etwa 1090 bis 1150 den Namen "Melpah" und um 1206 den Namen "Melpach".

Kirche

DIe Melbacher Kirche ist über 200 Jahre alt. Informationen zur Kirchengeschichte stehen in der von Eugen Rieß veröffentlichten Kirchenchornik zur Verfügung.

Gericht und Gerichtsbuch

Südwestlich vor der Kirchenmauer standen die Gerichtslinde und der Gerichtstisch. Hier wurden seit 1341 Hubengerichte abgehalten wurden. Die Gerichtslinde ist gefällt, der steinerne Gerichtstisch steht heute am Haag. In das Melbacher Gericht gehörte auch die Wüstung Rode bei Wisselsheim. 1419: "zum Roide by Wissensheim im Melpächer Gericht", 1420: "by dem Rode in Melpechir gerichte." Das Original des Gerichtsbuchs, begonnen 1475, befindet sich im Gemeindearchiv Wölfersheim. Der Inhalt wurde in Regestenform von dem ehemaligen Pfarrer Hermann Knodt veröffentlicht. Der Titel des Gerichtsbuchs lautet: "Insatze des gerichts anno domini 1475." Das Gerichtsbuch beinhaltet neben den Festmachungen die Gerichtsordnung sowie den Schöffeneid und den Nachbareid von 1475.

Der Haag

Der Haag (auch Haak) ist ein künstlich aufgeschütteter Hügel mit einer Höhe von bis zu 12 Metern. Er ist das Wahrzeichen von Melbach und hatte ehemals eine Höhe von 15 Metern,

Er liegt mitten in einer Ebene, der nordöstlichen Wetterau, und besteht aus tonigem Löss, ist also kein vulkanischer steiniger Berg. Da man eine Rampe gefunden hat, weiß man, dass der Hügel von Vorfahren aufgeschüttet worden ist. Er hat einen Durchmesser von 80–100 m.

Im Laufe der Zeit hat der Haag Veränderungen durchgemacht. Ein Zeichen hierfür ist eine Delle (umgangssprachlich Dall). Entstanden ist diese durch weitgehend ergebnislose Grabungen des örtlichen Bürgermeisters im Jahr 1828. Am Ostrand befinden sich noch Mauerreste einer Kapelle. Nach einer Erwähnung 1825 als Ottilienberg dürfte sie der heiligen Odilia geweiht gewesen sein, war zu dieser Zeit aber bereits Ruine. 1843 wurde der Haag vom bekannten Friedberger Heimatforscher Johann Philipp Dieffenbach beschrieben. Der Haag wurde im Laufe der Zeit in verschiedenen Formen genutzt. Der mit Gras bewachsene Hügel wurde im 18. Jahrhundert bepflanzt. Die schnellwüchsigen Bäume hatten zwar ein gutes Holz, waren aber sehr dornig, was sich als sehr unglücklich herausgestellt hat.

Aufgrund süddeutscher Parallelen vermutete Werner Jorns 1960, es könne sich um einen keltischen Fürstengrabhügel handeln. Diese Vermutung ist besonders seit der Entdeckung des nahe gelegenen Fürstengrabs am Glauberg aufgegriffen worden. Im Jahr 2003 fand vor Beginn einer Baumaßnahme eine kleine Sondage am Fuß des Hügels statt, die aber nur eine relativ sterile Erdaufschüttung mit wenigen vorgeschichtlichen Scherben erbrachte..

Heute kümmert sich eine Arbeitsgemeinschaft um den Erhalt und die Pflege des Melbacher Haags.

Der Haag ist als Kulturgut durch die Haagener Konvention geschützt.

Bergbau in Melbach

Die Wetterauer Landschaft wurde durch den Bergbau geprägt. Auch in Melbach wurde Braunkohle abgebaut. Von 1901 bis 1924 geschah dies in der Grube Ludwigshoffnung (1). Sie lag am alten Zechenhaus, das von den Melbachern "Altes Bergwerk" genannt wird. Die Fördermenge betrug 0,75 Millionen Tonnen. Die Grube war eine der ersten in der Wetterau. Nachdem alle Kohlevorräte abgebaut waren, wurde der Abbau auf die Grube Gettenau verlagert. Die Grube wurde damit aufgegeben und der Stolleneingang verfüllt. Das alte Zechenhaus befindet sich heute in Privatbesitz und dient als Wohnhaus.

Ebenfalls Braunkohle abgebaut wurde im Schacht Melbach. Er lag in Richtung des Wölfersheimer Sees. In der Zeit von 1929 bis 1937 wurde dort Braunkohle abgebaut. Insgesamt wurden hier 0,5 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert.